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FDM-Therapie (Faszien-Distorsions-Modell)

Dr. med. Rudolf Venus 

Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) von lat. Fascia „Bündel“ und Distorsion „Verdrehung/Verrenkung“, ist ein Konzept aus der Osteopathie. Es wurde von dem 2006 verstorbenen US-amerikanischen Notfallmediziner und Osteopathen Stephen Typaldos im Jahr 1991 vorgestellt.
Typaldos erkannte bei seinen Patienten stets ähnlich wiederkehrende Beschreibungen ihrer Schmerzen sowohl bezüglich der Wortwahl als auch in Bezug auf die gezeigte Körpersprache. („Da tut es weh!”)

Er vermutete dahinter sechs unterschiedliche Fasziendistorsionen, also „Störungen innerhalb der Faszien des Bewegungsapparates“, die bei allen Menschen weltweit sehr ähnliche Formen der Schmerzbeschreibung mit Hinweisen durch Wort - und  Finger-Hand-Gestik aufweisen. („Da tut es weh!”)
 
Jede dieser sechs „Distorsionen“ fühlt sich beim und für
den betroffenen Patienten unterschiedlich an:
„In Ruhe gut, bei Bewegung schlecht, - oder genau umgekehrt, Tagsüber schlimm, nachts leidlich oder ruhig, - oder umgekehrt, morgens besser als abends, plötzlich aufgetreten (Unfall?) oder langsam entwickelt, akuter Beginn, bleibt lange bestehen, verschwindet u. kommt wieder, mehr in Gelenknähe oder mehr im mittleren Muskelbereich, Beschwerden nehmen unter Belastung ab, Schmerzzunahme bei Kompression (z.B. Reiten) Patient hat schon neue Matratzen, nichts geholfen (warum wohl?) Schmerzen „tief“ im Körper, Paradoxe Symptome: Schwellungsgefühl, Taubheit, Ameisenlaufen, Krämpfe , Hexenschuß, Druck wird angenehm empfunden usw.
 
Im üblichen schulmedizinisch-orthopädisch-chirurgischen Alltag werden diese Dinge selten durch den Arzt vom Patienten abgefragt und angehört bzw. mit zur Diagnosefindung verwandt. Infolge des leider heute existierenden Zeitmangels in den Praxen sind die Patienten eher bereits „unterwegs“ zum Röntgen oder „in die Röhre“ (Kernspin). Ab einem gewissen Lebensalter hat natürlich jeder Mensch bereits röntgenologisch darstellbare Veränderungen an seinen Knochen oder Gelenken. Diese werden dann „medizinisch korrekt“ als Haupt-Leidensursache“ interpretiert und entsprechend behandelt.
 
Bedauerlicherweise hilft diese Behandlungsform längs nicht allen Patienten, da man mehrheitlich „Röntgen-Auffälligkeiten“ behandelt und nicht die zusätzlich möglichen Erkenntnisse nutzt, die sich aus den  Beschwerdeschilderungen ergeben können. Medizinisch korrekt, aber bei anhaltenden Schmerzen evtl. doch wenig sinnvoll, weil leider nicht der „Kern” des Übels damit getroffen wird.
 
 
Wie läuft es dagegen für die Patienten ab, die keine abweichenden Befunde, also keine „krankhaften” Röntgen/Kernspin-Bilder haben?
 
„Sie haben erfreulicherweise nichts, wir haben nichts gefunden”.....!
 
Da mit diesem „erfreulichen“ Hinweis die weiterhin vorhandenen Beschwerden der Patienten aber nicht beseitigt sind, kommt es in der Folge nicht selten zu Irritationen („der glaubt mir meine Beschwerden nicht, - damit kann ich doch noch nicht wieder arbeiten, - ich bekomme keine Krankengymnastik mehr, - immer nur noch Spritzen......” usw.)
Mehrfache Arztwechsel mit immer neuen Diagnoseschwerpunkten.
„wer hat Ihnen denn das gemacht, völlig falsch...” sind häufig die Folge und gleichzeitig Beginn einer chronischen „Patientenkarriere”.
 
Die oben beschriebene Notwendigkeit des genauen Zuhörens und Registrierens der Beschreibungen seiner Schmerzen vom Patienten erlaubt dagegen dem FDM-Therapeuten sehr hilfreich Einschätzungen für die Auswahl seiner Behandlungsformen.
 
Die Einzelheiten sind nicht ganz so einfach für den medizinischen
Laien darstellbar, aber ein Blick auf den großen Bereich der Sportmedizin ist sicher hilfreich:
 
Warum sind viele Spitzensportler nach einer akuten Verletzung so rasch wieder aktiv?
 
Heute wird nicht mehr gedopt, weggespritzt oder unterdrückt, sondern die Sportler bekommen tatsächlich eine sehr gute medizinische Behandlung mit Methoden, die leider noch kein Standard im kassen-ärztlichen Alltag sind.
 
FDM, Tape-Pflaster-professionell und osteopathische Methoden sind  oft die Therapien der Wahl. Deshalb leisten sich z.B. Fußballer (finanziell ohne Einschränkungen) ggf. aufwendige Rückflüge zu ihren heimatlichen Therapeuten (Vereinsärzte), die diese Methoden beherrschen.
Erfreulicherweise handelt es sich dabei nicht um „geheimnisvolle Praktiken”, sondern um (noch) selten angewandte Behandlungs- konzepte besonders im schulmedizinisch-häuslichen Alltag infolge noch wenig vorhandener Behandler (Ärzte, Physiotherapeuten).
 

Zur Behandlung selbst:

Die mit dieser Behandlungsmethode erzielten Ergebnisse sind für Patienten sowie Therapeuten absolut faszinierend.
 
Das FDM (Faszien-Distorsions-Modell nach Typaldos) verursacht so etwas wie eine „Neue Revolution”.
 
Und es kann tatsächlich etliche Therapien in Frage stellen:
nicht selten erreicht man überraschend bei vielen, bislang nur ungenügend gelinderten Beschwerden, eine erhebliche Besserung bis häufig sogar eine komplette Heilung.
 
So wird ein Schmerz durch Muskel-Sehnen-Überlastung der Unterarme z.B. (Schreiben am Computer) anders vom Patienten erläutert und beschrieben als ein Nacken-Schulter-Schmerz nach übermäßigem Gardinenaufhängen. Der Schmerz ist unterschiedlich in Ruhe oder bei Bewegung. Dies gilt für alle Körperbereiche!
 
Die Eigenwahrnehmung der Menschen ist die Grundlage des neuartigen Diagnoseverfahrens und die Basis jeder FDM-Behandlung.
Im Wesentlichen beruht die Diagnostik auf Anamnese, (persönlicher Krankheitsvorgeschichte) und Körpersprache. Die Behandlung selbst ist manuell, also mittels spezifischer Handgriffe.
 

Die behandelbaren Störungen bzw. die sechs Fasziendistorsionen nach dem FDM sind:

  • Triggerband

Verdrehung, Aufspaltung oder Verkalkung (Kalzifizierung) der (bandartigen) Faszienschicht
 

  • Kontinuum Distorsion (Verdrehung)

Verschiebung der Gewebe in der Übergangszone zwischen zwei unterschiedlichen Gewebearten wie zB. Sehne/Knochen
 

  • Hernierter Triggerpunkt

Herausragen (Protrusion) von Gewebe aus einer tieferen Gewebsschicht durch eine darüberliegende Faszienschicht"
 

  • Zylinder Distorsion (Verdrehung)

Überlappungen der zylindrischen (quer-wickelartigen) Windungen der oberflächlichen Faszie
 

  • Falt Distorsion (Verdrehung)

Verdrehung der Faltfaszien an Gelenken, muskuläre Trennschichten (intermuskulären Septen) und zwischen den Knochen befindliche Häute (interossären Membranen).Je nach Hergang der Verdrehung wird hierbei in Ein- und Entfaltdistorsionen unterschieden.
 
Tektonische Fixation (Oberflächenbeschaffenheit eines meist in der Tiefe festsitzenden Gelenkes)
Verlust der Gleitfähigkeit einer Faszienfläche sowie Menge (Quantität) und Eigenschaft (Qualität) von Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit.)
 

Häufigste Situationen für Anwendung von FDM

Autounfälle / Motorradunfälle
Schleudertraumen, Stauchungen, Prellungen
 
Kopfschmerzen, Drehschwindel
Rücken und Nackenschmerzen
Bei Schwangeren mit Rückenschmerzen
, Bandscheibenvorfall,Verschleiß, Hexenschuss, Ischias, Kreuz-& Rückenschmerzen, Fehlstellungen, Kreuzdarmbeinschmerzen, Blockaden, Wirbelverschiebungen
 
Schulterschmerzen
Frozen shoulder, PHS, Schulter-Arm-Syndrom, Impingmentsyndrom, Rotatorenmanschettenruptur, Schulterimmobilität, Oberarmbeschwerden.
 
Handgelenk- und Ellenbogenschmerzen
Unterarmbeschwerden und Beschwerden der Muskulatur, Missempfindungen bis Taubheit, Handgelenksverstauchungen,
Schnellender Finger, Karpaltunnelsyndrom, Tennis-/Golferarm
 
Hüftschmerzen
Schleimbeutelentzündungen, Piriformissyndrom, ISG Blockaden, Arthrosen
 
Unruhige Beine, vor allem nachts
Restless-Legs-Syndrom
 
Knieschmerzen
Verdrehungen aller Art, Bänderanrisse / Dehnungen, Patellaspitzen-Syndrom, Meniskusverletzungen
 
Fußschmerzen
Achillessehnenprobleme, Fußrückenentzündungen, Fersensporn, Bänderrisse,
verstauchte Gelenke
 
Unterschiedliche Sportverletzungen
wie Muskelfaserrisse, Zerrungen, Dehnungen, Muskel-Überlastungen, Muskelverletzungen,
 
Bei frischen, akuten Beschwerden kann bereits eine Behandlung zu einem guten Ergebnis führen, evtl. sind jedoch noch einige weitere Behandlungen erforderlich.
 
Bei lang andauernden chronischen Beschwerden sind mehrere Behandlungen notwendig. Zunächst müssen die falsch zusammengeheilten Strukturen der Faszien (Bindegewebe) erst wieder aufgelöst werden, um sie dann wieder in den akuten Zustand zurückzubringen, wo sie dann rasch (ver)-heilen können.
 
Die Behandlung in meiner Praxis erfolgt manuell (durch meine Hände) nach der Original Typaldos Manual Therapie (TMT) an den Körperstellen, wo Beschwerden oder Einschränkungen gezeigt oder empfunden werden. Teilweise kommen Geräte wie Streichkämme und Schröpfglocken zum Einsatz.
  
Im direkten Anschluss an die Behandlung werden die zuvor schmerzhaften oder eingeschränkten Bewegungen erneut getestet, um den Behandlungserfolg zu überprüfen und sichtbar zu machen.
Der Hinweis über die restliche persönliche Schmerzempfindung des Patienten nach der Behandlung ist notwendig für die Einschätzung des eingetretenen Behandlungserfolges.
 

Wichtig:

 
Teilweise wird stark auf bestimmte Punkte oder Bahnen des Gewebes entlang gedrückt, andere Handgriffe werden mit Zug oder Druck an Gelenken durchgeführt.
 
Es ist kann kurzfristig (1 bis 2 Min.) stärker schmerzhaft sein
 
aber nichts ohne Belohnung,- Sie dürfen sehr oft auf eine anschließende deutliche Verbesserung spekulieren.
 
Auch flächige Behandlungen der oberflächlichen Gewebeschichten können solche ausgeprägten Beschwerden oft komplett zurückbilden.
 
Nach der Behandlung können wegen des angewandten Druckes mit dem Daumen des Therapeuten noch eine Zeit lang leichte bis deutliche muskelkaterähnliche Empfindungen auftreten, auch blaue Flecken oder ein brennendes Gefühl im Gewebe sind nicht ganz selten. Diese klingen allerdings nach kurzer Zeit ab und verschwinden.
 
Während der Behandlung sollte der Patient laufend den ungefähren Druckschmerz durch den Daumen des Therapeuten benennen.
 
Stufe Null bis Eins / Zwei: bedeutet harmlos, völlig aushaltbar,-
Stufe Drei / Vier / Fünf: schon deutlich mehr, aber noch gut,-
Stufe Sechs / Sieben: schon erheblich heftiger,
Stufe Acht / Neun: hui, wie lange noch, verdammt...!
 
Die intensiven Schmerzen sind nur zu Beginn: dennoch sind ein und zwei Minuten nachvollziehbar schon nicht gerade kurz, wenn man auf das Nachlassen des Schmerzes wartet,- es klingt dann trotz des gleichbleibenden Druckes
auf den einzelnen Punkt rasch ab.
Außerdem sind Sie nicht „in eine Maschine eingespannt“, sondern neben Ihnen stehe ich als Arzt, der jederzeit die Sache beenden kann!
 
Also so wie beim Kindergeburtstag Blindkuhspiel „kalt-warm-heiß”.
 
Anschließend bitte keine häusliche Ruhigstellung und körperliche Schonung: eher Bewegung und wiederholte sanfte Kühlung.
 
Ebenso: auch  (keine !!!) Wärmeanwendung  nach der Behandlung, da es die Faszien wieder zu sehr lockert und eine erneute Verklebung begünstigt.
Dies gilt für ca. 2 bis 3 Tage nach einer Behandlung.
 
 
Als weitere häusliche, eigene Maßnahme sollten Sie als Patient die abschließend erhaltenen Anleitungen zur Dehnung der Faszien durchführen.
Eine wertvolle Empfehlung hierzu ist die Anwendung der Black Roll, einer relativ harten Styropor-Rolle für die eigene
Gymnastik.
 
Ziel jeder einzelnen Behandlung ist die Schmerzfreiheit, Stabilität und komplette Belastbarkeit der Patienten im Alltag.

Die Behandlungsdauer

Die Dauer und die Anzahl der Behandlungen richten sich natürlich nach der Art und Schwere der Erkrankung. In der Regel werden aber deutliche Verbesserungen auch schon bei  Diagnosen wie z.B. einem akut verstauchtem Knöchel oder einer Muskelzerrung schon nach einer Behandlung erzielt.

Rein private Behandlungskosten

Die Behandlungskosten richten sich nach der GOÄ und werden in der Regel nicht von Gesetzlichen Kranken- kassen übernommen. Ab 50 € für kurze kleinere Behandlungstermine ergeben sich je nach zusätzlichem Aufwand weitere Staffelungen.

 

  • Kontakt
Herr Dr. med. Rudolf Venus
Telefon: 05561 9297515
  • Öffnungszeiten
Termine nur nach vorheriger telefonischer Vereinbarung.
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