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Die Bedeutung der B-Streptokokken

B-Streptokokken kommen normalerweise bei 15 – 25 % aller Frauen in der Vagina vor. Diese Besiedlung stellt im allgemeinen bei Frauen, die nicht schwanger sind, keine besondere Gefahr dar. Allerdings können die Bakterien bei Neugeborenen in den ersten Lebenstagen zu schweren Infektionen (Lungenentzündung, Sepsis, Hirnhautentzündung) mit tödlichem Ausgang oder zu Erkrankungen des Kindes und möglicherweise zu bleibenden Schädigungen führen.

Infektionsquelle für das Kind ist die Scheide der Schwangeren. Die Kinder infizieren sich bei der Geburt. Die Übertragungsrate auf das Kind bei Frauen mit B-Streptokokken beträgt ungefähr 50 %. Glücklicherweise entwickelt lediglich ein kleiner Teil der Kinder von Müttern mit B-Streptokokkennachweis eine schwere Infektion.

Die Rate erhöht sich deutlich, wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen wie Frühgeburtsbestrebungen, wenn die Dauer des Blasensprungs über 18 Stunden beträgt, bei Zwillingsschwangerschaften, Fieber der Mutter unter der Geburt, bei einer hohen Keimzahl in der Scheide, bei Bakteriennachweis oder Harnwegsinfektion während der Schwangerschaft oder wenn bereits das vorige Kind eine Infektion mit B-Streptokokken hatte. Das Erkrankungsrisiko steigt erheblich bei starker Unreife des Kindes.

Vorsorge gegen Infektionen

Es ist daher sehr sinnvoll, der Gefahr einer Infektion des Neugeborenen vorzubeugen. Die Fachgesellschaften der Gynäkologen haben zu diesem Zweck Empfehlungen veröffentlicht. Die effektivste Maßnahme besteht darin, einen Abstrich aus dem Vaginal- und Rektalbereich zu entnehmen und mittels einer bakteriologischen Kultur zu prüfen, ob die Schwangere mit B-Streptokokken besiedelt ist. Die bakteriologische Kultur ist die sicherste Methode, eine
Streptokokken-Besiedlung der Mutter festzustellen.

Wie wird die Vorsorgeuntersuchung durchgeführt?

Die Besiedlung der Scheide mit Streptokokken der Gruppe B kann sich im Verlauf der Schwangerschaft ändern. Häufig sind die Bakterien nur periodisch oder vorübergehend nachweisbar. Aus dem Ergebnis eines einmaligen Nachweises im Verlauf der Schwangerschaft kann deshalb nicht auf die Besiedlung zum Zeitpunkt der Geburt geschlossen werden. Deshalb ist es wichtig, die Untersuchung zum richtigen Zeitpunkt, nämlich in der 35. bis 37. Schwangerschaftswoche durchzuführen. Zu diesem Zeitpunkt zeigt der Nachweis der Bakterien am ehesten das Vorhandensein der Bakterien bei der Geburt an.

Was ist bei einem Nachweis von B-Streptokokken zu tun?

Ist der Nachweis positiv, wird empfohlen, erst zum Zeitpunkt der Entbindung eine Prophylaxe durch Gabe von Antibiotika unter der Geburt durchzuführen.

Viele Studien haben bewiesen, dass dieses Vorgehen die Infektionen von Neugeborenen mit B-Streptokokken am besten verhindert oder zumindest deutlich verringern kann.

Der Test ist einfach und problemlos durchzuführen. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie nähere Erläuterungen dazu haben möchten.

– Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Schwangerschaftsverlauf
   und alles Gute für Sie und Ihr Kind. –


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Quelle: Medizinisch-Diagnostische Dienstleistungen - amedes http://www.amedes-group.com

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