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Masernimpfung – was Sie darüber wissen sollten

Liebe Eltern,

Sie haben ein Kind und stehen vor der Frage, ob Sie es gegen Masern impfen lassen sollten. In diesem Informationsblatt erfahren Sie, was Masern sind, welche Folgen eine Erkrankung haben kann, wie die Impfung wirkt und welche Nebenwirkungen dabei auftreten können.

Was sind Masern?

Masern sind eine Viruserkrankung, die zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt gehört. Das heißt, so gut wie jeder nicht geimpfte Mensch bekommt Masern, wenn er Kontakt zu einem Erkrankten hat. Die Masernviren werden durch kleinste Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Wenn sich jemand angesteckt hat, bricht die Krankheit so gut wie immer aus.
Typisch für Masern ist ein Hautausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Flecken am ganzen Körper. Schon vorher können als erste Beschwerden Fieber, Husten, Schnupfen und Bindehautentzündungen der Augen auftreten. Mit dem Hautausschlag wird das Fieber oft noch einmal heftiger. Nach einer Masernerkrankung besteht eine lebenslange Immunität, das heißt, man kann sich danach nicht mehr anstecken.

Mögliche Folgen von Masern

In den meisten Fällen sind die Betroffenen nach ein paar Wochen wieder gesund. Masern können jedoch auch ernste Begleiterkrankungen hervorrufen.

Beispiele für Folgeerkrankungen:

  • Von hundert Erkrankten bekommen etwa fünf eine Mittelohrentzündung.
  • Ungefähr einer von hundert Masernkranken entwickelt eine Lungenentzündung.

Mögliche Folgen von Masern

  • Bei einem bis fünf von 5.000 Fällen tritt eine Gehirnentzündung auf. Von den Menschen, die an einer Masern-Gehirnentzündung erkranken, stirbt etwa jeder Zehnte bis 20. Bei etwa jedem Dritten bis Fünften bleiben Gehirnschäden zurück.
  • In sehr seltenen Fällen – etwa einem bis zehn von 10.000 bis 100.000 – kann es noch Jahre nach einer Erkrankung zu einer besonderen Form von Gehirnentzündung kommen (subakute sklerosierende Panenzephalitis, SSPE). Sie verläuft immer tödlich.

Schätzungen zufolge versterben von 1.000 Erkrankten etwa ein bis drei an Masern und deren Folgen. Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene entwickeln häufiger schwere Komplikationen.

Behandlung von Masern

Eine gezielte Behandlung gegen Masern gibt es nicht. Nur die Krankheitszeichen können bekämpft werden, etwa das Fieber durch fiebersenkende Medikamente. Normalerweise klingt die Erkrankung von selbst wieder ab. Kommt es aber zu einer Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung, benötigen die Erkrankten in der Regel Antibiotika.

Wie häufig sind Masern?

Masern sind seit dem Jahr 2001 in Deutschland meldepflichtig. Die Anzahl der gemeldeten Fälle schwankt seit 2003 pro Jahr zwischen 122 (niedrigste Zahl) und 2.308 (höchste Zahl).

In den letzten zehn Jahren sind in Deutschland jedes Jahr ein bis zwei Menschen an Masern gestorben, nur 2007 trat kein Todesfall auf.

In der Mehrzahl erkranken Kinder unter zehn Jahren, aber auch ungeimpfte ältere Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene sind betroffen.

Die Impfung gegen Masern

Gegen Masern wird eine Impfung empfohlen, die in Deutschland seit über 30 Jahren angewendet wird. Sie erfolgt in zwei Schritten:

  • Die erste Impfung wird für alle Kinder zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat empfohlen, also rund um den ersten Geburtstag.
  • Vier bis sechs Wochen nach der ersten wird die zweite Impfung gegeben, in der Regel also noch vor dem zweiten Geburtstag.

Eine frühzeitige Impfung ist wichtig, ein längerer Abstand oder eine spätere Impfung sind aber auch möglich.

Was passiert bei der Impfung?

Der Kinderarzt oder Hausarzt spritzt den Impfstoff in einen Muskel, entweder seitlich in den Oberarmmuskel oder seitlich in den Oberschenkelmuskel. Das pikt einen kurzen Moment.
Bei der Impfung werden abgeschwächte, lebende Masernviren gespritzt. Sie können die Krankheit nicht auslösen, aber der Körper bildet Abwehrstoffe gegen sie, sogenannte Antikörper. Kommt es später zu einem Kontakt mit „echten“ Masernviren, fangen diese Antikörper die Viren ab, und der Geimpfte erkrankt nicht. Nach der ersten Impfung bilden etwa neun von zehn Menschen die schützenden Antikörper. Nach der zweiten Impfung besitzen so gut wie alle Geimpften einen wirksamen Masernschutz.

Nebenwirkung der Impfung

Nach der Impfung kann die Haut an der Einstichstelle in den ersten Tagen gerötet sein, etwas warm und dick werden und leicht brennen.
Da der Impfstoff die Infektion „nachahmt“, kann etwa eine Woche nach der Impfung ein Unwohlsein, zum Beispiel mit Fieber und Kopfschmerzen, auftreten. Dies ist bei ungefähr einem von zehn geimpften Kindern der Fall. Selten wurden Fieberkrämpfe beobachtet.

Gelegentlich tritt etwa eine Woche nach der Impfung ein leichter Hautausschlag mit Fieber auf (in ungefähr fünf von hundert Fällen): die sogenannten „Impfmasern“. Impfmasern sind nicht ansteckend.
Schwerwiegende Nebenwirkungen – wie schwere allergische Reaktionen – sind sehr selten. Eine Gehirnentzündung nach einer Masernimpfung wurde in
der Literatur in sehr seltenen Einzelfällen beschrieben.

Was Sie selbst tun können

  • Reden Sie mit Ihrem Kinder- oder Hausarzt, wenn Sie Fragen zur Impfung haben oder unsicher sind.
  • Nehmen Sie mit Ihrem Kind regelmäßig an den Vorsorgeuntersuchungen teil. Die Masernimpfung kann gut im Rahmen dieser Untersuchungen gegeben werden.
  • Zeigen Sie dem Kinder- oder Hausarzt auch Ihren Impfausweis und den von Geschwisterkindern. Er kann den Impfschutz überprüfen, und auch der Kinderarzt kann Sie als Erwachsene impfen.

„Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

Mit freundlicher Unterstützung

der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Stand der Information: Mai 2011“

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