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  • Grüner Star (Glaukom)

Das Glaukom – Erblindung auf leisen Sohlen

Das Glaukom oder der Grüne Star ist eine schleichende Erkrankung. Es beginnt mit Ausfällen im Randbereich des Gesichtsfelds. Die Einschränkung des Gesichtsfelds verläuft im Normalfall allmählich und völlig schmerzfrei. Häufig nehmen die Betroffenen deshalb die schleichende Einschränkung gar nicht wahr. Unbehandelt führt das Glaukom zur Erblindung.

Die Vorsorgeuntersuchung ist das wichtigste Mittel zur Früherkennung! 

Ursache

Die Ursache für das Glaukom ist eine chronische Durchblutungsstörung des Sehnervs , die häufig, aber nicht immer (Normaldruckglaukom ), durch einen erhöhten Augeninnendruck hervorgerufen wird. Grund dafür ist, dass der Abfluss des Kammerwassers aus der vorderen Augenkammer gestört ist. Insbesondere der Sehnervenkopf (Papille) , die Stelle, an der alle Nervenfasern der Netzhaut zusammenlaufen, gerät dabei unter Druck und die Nervenfasern sterben ab (Sehnervenschwund). Das hat zur Folge, dass die Nervenfasern an dieser Stelle nicht mehr genügend mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt werden können und so stirbt der Sehnerv langsam ab.

Häufigkeit

Etwa 500.000 Deutsche leiden an einem Grünen Star, 10 Prozent davon droht die Erblindung. Die Dunkelziffer ist in diesem Bereich sehr hoch ist. Wahrscheinlich sind mehr als etwa 1 Mio. Menschen von einem Glaukom betroffen sind. 

Sonderformen des Grünen Stars 

Niederdruck-Glaukom: Zwischen 10 und 35 Prozent der Glaukom-Kranken leiden unter einem Niederdruck- Glaukom. Bei ihnen kommt es zu einem Schaden des Sehnerven, obwohl sie nicht unter einem zu hohen Augeninnendruck leiden. Ein zu niedriger Blutdruck führt in diesen Fällen u.a. dazu, dass die Sinneszellen im Auge nicht genügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Infolge der Unterversorgung sterben die Sinneszellen ab, und es kommt zu den Glaukom-typischen Einschränkungen des Gesichtsfeldes. Erkennen kann der Augenarzt das Niederdruck Glaukom sowohl an der Exkavation (Aushöhlung) des Sehnervenkopfes als auch an Gesichtsfeldausfällen. Man behandelt auch das Niederdruck-Glaukom mit Medikamenten, die den Augeninnendruck verringern. Denn bei einem niedrigen Augeninnendruck kann das Blut leichter in die Gefäße der Aderhaut einströmen und die Sinneszellen der Netzhaut besser mit Sauerstoff versorgen.

Glaukomanfall:  Außer dem langsam verlaufenden Glaukom, wie es oben beschrieben wurde, gibt es noch den seltenen Glaukomanfall. Im Gegensatz zum schleichenden Glaukom, äußert sich der Glaukomanfall mit massiven und akuten Schmerzen. Das Auge schmerzt, wird rot und der Blick trübt sich. Begleitsymptome sind heftige Kopfschmerzen und Übelkeit. Treten diese Symptome auf, muss sofort ein Augenarzt aufgesucht werden. Bei einem akuten Glaukomanfall kann nur noch eine Operation mittels Laser oder direkt im OP das Erblinden verhindert. Man schneidet dabei mit dem Skalpell oder Laser eine kleine Öffnung in die Iris, wodurch das überschüssige Kammerwasser austreten kann und der Druck wieder gesenkt wird.

Sekundärglaukome: Unter Sekundärglaukomen versteht man Sonderformen des erhöhten Augendrucks, die durch andere Augenerkrankungen entstanden sind, etwa Diabetes, Unfälle, Regenbogenhautentzündungen Netzhautablösungen etc. Ihre Behandlung ist meist schwierig und im Einzelfall sehr unterschiedlich zu handhaben.

Wie erkennt der Augenarzt ein beginnendes Glaukom?

Folgende Untersuchungen werden zur Glaukomdiagnose eingesetzt:

  • Messung des Augeninnendrucks
  • Beurteilung des Sehnervenkopfes
  • Prüfung des Gesichtsfeldes

Bei der Messung des Augeninnendrucks betäubt der Augenarzt zunächst die Hornhautoberfläche, auf die er anschließend einen kleinen Messkörper setzt. Bei einem gesunden Auge liegt der Augeninnendruck ungefähr bei 16 bis 19 Millimeter Quecksilbersäule (mm HG). Liegt der Augeninnendruck über diesem Wert, leidet der Patient möglicherweise an einem Glaukom.

Um zu kontrollieren, ob der Sehnervenkopf geschädigt ist, leuchtet der Arzt mit einer Lampe ins Augeninnere und schaut sich über eine starke Lupe den Augenhintergrund an. Liegt ein Glaukom vor, so ist möglicherweise der Sehnerv schon geschädigt, wie oben bereits ausgeführt.

Findet der Augenarzt eine solche Eindellung (Exkavation), untersucht er anschließend das Gesichtsfeld des Patienten.

Dazu setzt er ihn vor eine halbkugelförmige Apparatur und schickt zum Beispiel Lichtpunkte von außen nach innen entlang der Halbkugel. Der Patient muss dabei die Augen immer gerade aus richten und ein Zeichen geben, sobald ein Lichtpunkt in sein Gesichtsfeld kommt. Durch diese Untersuchungsmethode kann der Augenarzt beurteilen, inwieweit das Gesichtsfeld schon eingeschränkt ist.

Behandlung

Wird ein Glaukom festgestellt, so gibt es verschiedene Möglichkeiten der Therapie, die stufenförmig eingesetzt wird, um zum Erfolg zu kommen.

Zunächst kann eine medikamentöse Therapie, die den Augendruck senkt, weitere Schäden am Sehnerv verhindern. Dazu werden unterschiedliche Medikamente in Form von Augentropfen eingesetzt.

Am längsten bekannt sind Miotika, die die Pupille verengen und die Kanäle für das Kammerwasser weiten, das dadurch leichter abfließen kann. Auch Betablocker, die vor allem für ihre blutdrucksenkende Wirkung bekannt sind, werden bei der Glaukombehandlung eingesetzt. Sie verringern die Neuproduktion von Kammerwasser und tragen so zur Senkung des Augendrucks bei. Nicht geeignet ist der Einsatz von Betablockern bei Asthmatikern und Patienten mit schweren Herzrhythmus-Störungen, da es hier zu schweren Nebenwirkungen kommen kann. Carboanhydrasehemmer reduzieren ebenfalls die Produktion von Kammerwasser. Allerdings sollten Glaukom-Patienten, die bereits unter einer eingeschränkten Nieren- oder Leberfunktion leiden, nicht mit Carboanhydrasehemmern behandelt werden, da diese Substanzen die Nierenfunktion stark beeinträchtigen können.

Prostaglandinabkömmlinge, die die derzeit neueste Generation der Augentropfen darstellen, verfolgen die Strategie, nicht die Kammerwasser-Produktion zu bremsen, sondern den Abfluss des Kammerwassers physiologisch zu verbessern. Um bis zu 35 Prozent konnte der Augeninnendruck durch die Anwendung von dieser Tropfen gesenkt werden.

Es ist immer im Einzelfall durch den Arzt zu entscheiden, welches Medikament, ggf. in Kombination für den Patienten am besten geeignet ist. Es gibt noch andere Stoffgruppen, die als Augentropfen für die medikamentöse Drucksenkung zur Verfügung stehen.

Die Tropftherapie ist eine Dauerbehandlung, die der Patient immer genau nach Vorschrift durchführen muß. Sobald er die Tropfen weglässt, steigt der Augendruck wieder an!

Laserbehandlung

Wenn die medikamentöse Tropfbehandlung nicht ausreicht, kann man mit dem Laserstrahl den Kammerwinkel behandeln, in dem das Augeninnenwasser (Kammerwasser) abfließt. Dadurch wird das Maschenwerk des Kammerwinkels, das man sich wie einen kleinen Schwamm denken kann, gedehnt, so dass der Augendruck durch verbesserten Abfluss sinkt.

Operation

Wenn alle vorhergehenden Maßnahmen nicht ausreichen, bleibt nur noch die Operation. Hierbei wird wird im Prinzip das Augenwasser aus dem Augapfel heraus geleitet, z. B. unter die Bindehaut. Ein solches Verfahren nennt man Trabekulektomie. Es gibt verschiedene Verfahren, die von der Art des Glaukoms und dem bereits eingetretenen Schaden abhängt. 

Denken Sie daran: Die Vorsorgeuntersuchung ist das wichtigste Mittel zur Früherkennung!

 

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