Regiomedizin
  • Gestationsdiabetes

Liebe Patientin!

Als Gestationsdiabetes bezeichnet man eine Zuckerkrankheit, die erstmals während der Schwangerschaft auftritt oder erkannt wird.

Welche Folgen kann ein Gestationsdiabetes haben?

1. Für die Mutter besteht ein erhöhtes Risiko für:

  • Harnwegsinfekte
  • Bluthochdruck
  • Präeklampsie/Eklampsie
  • Geburtskomplikationen (erhöhte Kaiserschnittrate)
  • Entstehung eines manifesten Diabetes nach vielen Jahren


2. Für das Kind besteht ein erhöhtes Risiko für:

  • Übergewichtige, aber unreife Neugeborene (Makrosomie)
  • Vermehrte Bildung von Fruchtwasser (Polyhydramnion)
    und Frühgeburtlichkeit
  • Intrauteriner Fruchttod
  • Geburtskomplikationen
  • Unterzuckerung nach der Geburt
  • Atemnotsyndrom
  • Erkrankung an Diabetes und Übergewichtbereits in der Pubertät

An Gestationsdiabetes können alle Schwangeren erkranken

Besonders häufig betroffen sind:

  • Übergewichtige Schwangere
  • Spätgebärende
  • Patientinnen mit einem Gestationsdiabetes in vorherigen Schwangerschaften
  • Patientinnen, die bereits ein übergewichtiges Kind (über 4500 g) geboren haben
  • Patientinnen mit familiärer Belastung für eine Zuckerkrankheit
  • Z. n. Totgeburt
  • Habituelle Abortneigung (mehr als 3 Fehlgeburten hintereinander)


– Achtung! Der Gestationsdiabetes ist symptomlos!


Nur durch einen Zuckerbelastungstest (oraler Glukosetoleranztest) kann ein Gestationsdiabetes sicher ausgeschlossen bzw. nachgewiesen werden.

Wann wird der Zuckertest durchgeführt?

  • Im 2. Schwangerschaftsdrittel (zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche)
  • Bei klinischem Verdacht

Wie wird der Zuckertest durchgeführt?

Bei allen Schwangeren wird zunächst ein oraler Screening-Test mit 50 g Glukose durchgeführt (2 Blutentnahmen imstündlichen Abstand).

Der Test kann zu jeder Tageszeit unabhängig von der vorausgegangenen Nahrungszufuhr durchgeführt werden. Die Testlösung sollte innerhalb von 3 – 5 Minuten getrunken werden. Die Schwangere soll während des Tests in der Praxis/Ambulanz sitzen, keine Nahrung zu sich nehmen und nicht rauchen.

Bei entdecktem Gestationsdiabetes würde in Zusammenarbeit mit einem Diabetologen eine weitere Diagnostik erfolgen und eine entsprechende Therapie (Ernährungsumstellung, regelmäßige Blutzuckertests, intensivierte Schwangerschaftsbetreuung, ggf. Einstellung mit Insulin) beginnen.

Ein Gestationsdiabetes ist behandelbar. Durch eine frühzeitige Erkennung und entsprechende Behandlung lassen sich die Risiken für Mutter und Kind deutlich senken.


Diese Patienteninformation als Flyer im pdf-Format zum Herunterladen.
Quelle: Medizinisch-Diagnostische Dienstleistungen - amedes http://www.amedes-group.com

 

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