Regiomedizin
  • Die »Pille«

Liebe Patientin!
Nach einer ausführlichen Beratung durch Ihren Frauenarzt haben Sie sich für die Einnahme der »Pille« entschieden. Die »Pille« wird von über 100 Mio. Frauen weltweit eingenommen und sie gilt als eines der sichersten Verhütungsmittel.

Außerdem bietet sie weitere Vorteile:

  • Regelmäßige Blutung
  • Kaum bzw. keine Regelschmerzen
  • Die Blutungsintensität und -dauer sind vermindert (geringer Blutverlust)
  • Positiver Einfluss auf die Haut
  • Geringeres Risiko für die Entstehung eines Eierstock- oder Gebärmutterkrebses.

Gibt es Nebenwirkungen?

Ja! Die wichtigste Nebenwirkung ist ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

  • Thrombosen (4 fach gegenüber Patientinnen, die keine Pille einnehmen)
  • Herzinfarkt (bis zu 1,8 fach)
  • Schlaganfall (bis zu 4 fach)

Welche weitere Faktoren erhöhen das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung?

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Erhöhtes Cholesterin im Blut
  • Diabetes mellitus
  • Langes Stillsitzen bei Fernreisen mit dem Auto, Flugzeug oder Bus
  • Längere Bettlägerigkeit
  • Operationen
  • Krampfadern
  • Das Alter
  • Die Einnahme der Pille

Ein zusätzlicher wichtiger Risikofaktor ist die familiäre Belastung. Veränderungen im Blut-Gerinnungssystem können vererbt werden. Die häufigste Veränderung (Mutation) ist die des Gerinnungsfaktors V, die bei ca. 5 % aller gesunden Menschen vorkommt. In diesem Fall ist das Thromboserisiko um den Faktor 4 – 10 erhöht. Dieses Risiko steigt unter der Einnahme der Pille um den Faktor 35.

Thromboserisiko bei Gerinnungsfaktor V-Mutation:

(Daten beziehen sich auf heterozygote Genträgerinnen J. P. Vandenbroucke,
 M. D., Oral contraceptives and the risk of venous thrombosis, N Engl J M,
 Vol.344, No. 20, May 17, 2001)

Wie kann ich erfahren, ob ich von einer Mutation des Gerinnungsfaktors V betroffen bin?

Eine Blutuntersuchung ist ausreichend. Liegt eine Indikation (s. o.) vor, sind alle Untersuchungen Leistungsbestandteil der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Welche Konsequenzen kann ich aus einem auffälligen Ergebnis ziehen?

Bei einem auffälligen Ergebnis wird eine genetische Beratung empfohlen. Hier erfahren Sie etwas über die Möglichkeit, wie Sie sich vor Thrombosen schützen könnten und in welchem Umfang Ihre Familie von dieser genetischen Variation betroffen sein könnte.

Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an!

Lassen Sie Sich über diese Untersuchung informieren. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berät Sie gern und beantwortet noch offene Fragen.

Welche Bedeutung hat Nikotin für Sie?

Rauchen erhöht das Risiko für Thrombose, Herzinfarkt und Schlaganfall um ein Vielfaches. Hierüber sind Sie ausdrücklich aufgeklärt worden und Sie wurden aufgefordert, das Rauchen zu Gunsten der »Pille« aufzugeben.

Fragen vor der Pillenverordnung

  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein? Wenn ja, welche?
  • Hatten Sie schon mal eine Thrombose?
  • Ist bei Ihnen eine Zuckerkrankheit bekannt?
  • Haben Sie erhöhten Blutdruck?
  • Haben oder hatten Sie eine Lebererkrankumg?
  • Rauchen Sie? Wenn ja, wie viele Zigaretten pro Tag?
  • Gab es Thrombose in der Familie?
  • Hatten Verwandte einen Herzinfarkt vor dem 50. Lebensjahr?
  • Hatten Verwandte einen Schlaganfall vor dem 50. Lebensjahr?
  • Sind bei Ihnen, Ihren Eltern oder Ihren Geschwistern erhöhte Blutfette bekannt?
  • Haben Sie schon eine Antibabypille eingenommen und hatten Sie unangenehme Nebenwirkungen?
  • Welche Nebenwirkungen bei welcher Pille?


Diese Patienteninformation als Flyer im pdf-Format zum Herunterladen.
Quelle: Medizinisch-Diagnostische Dienstleistungen - amedes http://www.amedes-group.com

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