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Was passiert Bei COPD?

Liebe Patientin, Lieber Patient,

Ihr Arzt hat bei Ihnen eine COPD festgestellt. COPD
steht für die englische Abkürzung „Chronic Obstructive
Pulmonary Disease“, auf Deutsch: dauerhaft atemwegsverengende
Lungenerkrankung. Die COPD ist
eine Erkrankung der Lunge, die nicht heilbar, aber behandelbar
ist.

Das passiert bei einer COPD

Um besser verstehen zu können, wie sich eine COPD
auf die Atemwege auswirkt, ist es wichtig, die „normale“
Atmung zu kennen: Die Lunge ist aufgebaut wie
ein umgekehrter Baum mit der Luftröhre als Stamm.
Von dort aus gelangt die Luft über zwei große Hauptäste
und viele kleine Zweige – die Bronchien – bis zu
den „Blättern“, den sogenannten Lungenbläschen.
Von dort aus wandert der Sauerstoff ins Blut. Dieser
Austausch funktioniert nur in den Lungenbläschen.
Deswegen ist es so bedeutsam, dass die Atemluft ungehindert
bis dorthin strömen kann.
Bei einer COPD sind die Atemwege – die Bronchien –
ständig verengt. Die Lungenbläschen sind teilweise
zerstört und überbläht wie kleine Ballons. Diese Überblähung
lässt sich nicht wieder rückgängig machen.

Risikofaktoren für eine COPD

Der Hauptrisikofaktor für eine COPD ist:

  • das Rauchen

Weitere Risiken sind:

  • das berufsbedingte Einatmen von Staub, etwa im
    Bergbau
  • die allgemeine Luftverschmutzung
  • häufige Atemwegsinfektionen im Kindesalter
  • bestimmte, seltene Kinderkrankheiten der Atemwege

Beschwerden

Die drei typischen Beschwerden bei einer COPD sind:

  • Atemnot (anfangs meist nur unter Belastung, später
    oft auch in Ruhe)
  • Husten
  • Auswurf

Viele Patienten haben diese Beschwerden bereits seit
mehreren Jahren, nehmen sie jedoch nicht ernst oder
verdrängen sie. Dabei besteht die Gefahr, dass die Erkrankung
unerkannt bleibt, nicht behandelt wird und
deshalb weiter fortschreitet.
Behandlung
Bei der Behandlung einer COPD werden Medikamente
und nichtmedikamentöse Behandlungsverfahren
eingesetzt, die sich gegenseitig ergänzen. Welche
Behandlung notwendig ist, richtet sich danach, wie
schwer Sie erkrankt sind.

Wichtige Elemente der Behandlung sind:

  • Meiden von Schadstoffen, wie zum Beispiel Rauchen,
    Stäube
  • rehabilitative Maßnahmen, einschließlich Patientenschulung,
    Atemphysiotherapie und körperliches
    Training
  • Gabe von Bronchodilatatoren
    Sie erweitern die Atemwege (Bronchien) und werden
    in der Regel als Spray verabreicht. Sie sind die
    Basismedikamente der COPD.
  • Gabe von Kortisonpräparaten
    Sie werden in der Regel eingesetzt, um akute Verschlimmerungen
    („COPD-Schübe“) zu verhindern.
  • in schweren Fällen eine Langzeitsauerstofftherapie

Was sie selbst tun können

Bei der Behandlung einer COPD ist Ihr Arzt auf Ihre
Mitarbeit angewiesen. Sie können viel tun, um Ihren
Gesundheitszustand zu unterstützen. Dazu gehört im
Einzelnen:

  • Verzichten Sie auf das Zigarettenrauchen.
    Die häufigste Ursache einer COPD ist das Rauchen.
    Falls Sie rauchen sollten, ist jetzt das Wichtigste,
    damit aufzuhören. Um Ihnen zu helfen, diesen
    Entschluss durchzuhalten, gibt es eine Reihe von
    Angeboten, zum Beispiel Tabakentwöhnungskurse
    oder medikamentöse Hilfen. Weitere Informationen
    und Adressen hierzu finden Sie in der Patienten-
    Leitlinie (siehe Kasten).
    ? Achten Sie auf ausreichend Bewegung.
    Körperliches Training, etwa leichtes Gehtraining
    oder jede Art von Ausdauertraining, verbessert bei
    COPD Ihre Belastbarkeit und Ihre Lebensqualität.
    Fragen Sie Ihren Arzt, welche Art körperliches Training
    in Ihrem speziellen Fall infrage kommt, zum
    Beispiel im Rahmen einer Lungensportgruppe.
  • Kontrollieren Sie Ihr Gewicht.
    Bei vielen Patienten mit COPD tritt ein ungewollter
    Gewichtsverlust auf. Umgekehrt kann es aber auch
    zu einer raschen Gewichtszunahme kommen, die
    oft auf eine beeinträchtigte Herzfunktion hinweist.
    Ändert sich Ihr Gewicht, ohne dass Sie Ihre Lebensweise
    bewusst umstellen, oder verlieren Sie
    mehr als zwei Kilogramm innerhalb eines halben
    Jahres, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen.
  • Gehen Sie zu Ihrem Arzt, wenn Sie länger als 24
    Stunden eine Verschlechterung verspüren.
    Einer Verschlechterung sollte rasch entgegengewirkt
    werden. Deshalb sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen,
    wenn Sie länger als einen Tag stärker als
    sonst unter Atemnot und Husten leiden, oder Sie
    mehr Schleim abhusten. Auch bei allgemeinen
    Krankheitszeichen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit
    oder Fieber sollten Sie zum Arzt gehen.
  • Besteht der Verdacht, dass Ihre Erkrankung durch
    Ihren Beruf verursacht wurde, so denken Sie daran,
    möglichst frühzeitig Ihren Betriebsarzt beziehungsweise
    die Berufsgenossenschaft einzuschalten.

„Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

Mit freundlicher Unterstützung

der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Stand der Information: Februar 2011“

 

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