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  • Brustkrebs Was ist das?

Liebe Patientin,
Sie haben erfahren, dass Sie an Brustkrebs oder an einer Brustkrebsvorstufe erkrankt sind. Das ist sicherlich erst einmal ein Schock und eine große Belastung für Sie. Das Wissen über die Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten kann Sie dabei unterstützen, mit dieser neuen Situation umzugehen.

Die Erkrankung

Das bedeutet „Brustkrebsvorstufe“:

In der Regel versteht man unter einer Brustkrebsvorstufe das sogenannte Duktale Carcinoma in situ (abgekürzt: DCIS). Übersetzt heißt das: Es befinden sich krankhaft veränderte Zellen, Krebszellen, in den Milchgängen der weiblichen Brust. Diese veränderten Zellen durchbrechen die Grenzen des Milchgangs nicht. Sie verteilen sich im Körper nicht über die Blut- und Lymphbahnen und bilden keine Absiedelungen (Metastasen). Dies ist der wesentliche Unterschied zwischen der Brustkrebsvorstufe DCIS und einer Erkrankung an Brustkrebs. Nicht in jedem Fall entwickelt sich aus einer Brustkrebsvorstufe auch Brustkrebs. Ein DCIS ist fast immer heilbar.

Das bedeutet „Brustkrebs im frühen Stadium“:

Wenn krankhaft veränderte Zellen natürliche Gewebegrenzen überschreiten, wird die Geschwulst (der Tumor) als Brustkrebs bezeichnet. Von Brustkrebs im frühen Stadium spricht man, wenn:

  • zwar Brustkrebs, aber keine Metastasen nachweisbar sind
  • der Tumor nicht zu groß ist
  • die Tumorabsiedelung in die benachbarten Lymphknoten nur wenig ausgedehnt ist

Die meisten Brustkrebserkrankungen im frühen Stadium sind heilbar.
Wie sich Brustkrebs im frühen Stadium entwickelt, hängt von der Art der Krebszellen ab. Manche Tumore vergrößern sich nur sehr langsam, und einige können ihr Wachstum sogar einstellen. Andere hingegen wachsen schnell und können ihre Zellen im Körper verteilen. Entsprechend unterschiedlich sind die Behandlungsmöglichkeiten.
Nach einer genauen Diagnose ist die Gefahr, die von dem Tumor ausgeht, für Sie und Ihren Arzt besser abschätzbar. Dazu sind einige Untersuchungen nötig.

Notwendige Untersuchungen

Zu diesen Untersuchungen können zum Beispiel die Tastuntersuchung beider Brüste, die Mammographie und die Ultraschalluntersuchung gehören. Wahrscheinlich wird es notwendig sein, eine Gewebeprobe aus der betroffenen Stelle der Brust zu entnehmen. Die Probe wird dann unter dem Mikroskop untersucht. Diese Methode wird auch Biopsie genannt.

Die Behandlung

Bevor Sie sich für eine Behandlung entscheiden, nehmen Sie sich genug Zeit, um mit Ihren Angehörigen oder anderen Vertrauten die neue Situation zu besprechen. Je nach Ihren individuellen Gegebenheiten und in Abhängigkeit vom Tumorstadium kommen folgende Behandlungen für Sie in Frage:

  • eine Brust erhaltende Operation, in der Regel mit anschließender Bestrahlung
  • eine Entfernung der betroffenen Brust mit oder ohne anschließender Bestrahlung
  • eine medikamentöse Behandlung vor oder nach der Operation (zum Beispiel eine Chemotherapie)
  • eine alleinige (Anti-)Hormontherapie

Eine Brust erhaltende Operation ist die Standardbehandlung für Brustkrebsvorstufen und Brustkrebs im frühen Stadium. Manchmal kann es aber auch hier notwendig sein, die betroffene Brust entfernen zu lassen, um eine weitere Ausbreitung des Krebses zu verhindern. Es besteht die Möglichkeit, die Brust wieder aufzubauen.

Was Sie selbst tun können

  • Jede Erkrankung stellt eine Stresssituation dar. Krebs ist eine besondere seelische Belastung. Haben Sie keine Scheu, mit Ihren Verwandten, Freunden, Ihrem Arzt oder anderen Betroffenen über Ihre Situation zu reden. Geben Sie Ihrem Partner
    beziehungsweise Ihrer Familie zu erkennen, wie Sie sich fühlen und was Ihnen in welcher Situation gut tut und was nicht.
  • Achten Sie auf sich und vermeiden Sie Überforderungen. Geben Sie Ihrem Körper für die Genesung Zeit. Haben Sie mit sich und der Wiederherstellung Ihrer Leistungsfähigkeit Geduld.
  • Mütter, die an Krebs erkrankt sind, empfinden ihre Doppelrolle als Mutter und Patientin oft als sehr belastend. Sie müssen ihren Kindern die neue Situation erklären und dabei auch noch für sich selbst sorgen. Hier können Rat und Unterstützung einer Selbsthilfegruppe förderlich sein. Auch für Kinder krebskranker Eltern gibt es Beratungsstellen.
  • Bleiben Sie aktiv. Körperliche Bewegung ist in allen Krankheitsphasen sinnvoll. Je mehr Sie sich bewegen, desto geringer ist das Risiko erneut zu erkranken. Art und Umfang sollten auf Sie abgestimmt sein. Beginnen Sie langsam und berücksichtigen Sie, dass Ihre Tagesform schwanken kann. Empfohlen werden 30 Minuten schnelles Gehen, Joggen oder Fahrradfahren an fünf Tagen in der Woche.
  • Sprechen Sie mit Ihren Kollegen über Ihre Krankheit, das erleichtert auch ihnen den Umgang miteinander und fördert das Verständnis. Klammern Sie Ihre Erkrankung nicht aus Ihrem täglichen Leben und aus Ihrer beruflichen Tätigkeit aus.

„Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

Mit freundlicher Unterstützung

der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Stand der Information: Juli 2011“

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