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  • Brustkrebs Leben mit der Erkrankung

Liebe Patientin,
wenn Brustkrebs nach einer Ersterkrankung erneut auftritt oder erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird, löst dies Angst und Unsicherheit aus. Eine Brustkrebserkrankung verändert den Alltag von betroffenen Frauen und ihrer Angehörigen – manchmal zeitweise, manchmal auch auf Dauer. Doch je mehr Sie über Ihre Erkrankung und die unterschiedlichen Arten der Behandlung wissen, desto besser werden Sie ihr begegnen können.

Die Erkrankung

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Sie kann in verschiedenen Formen auftreten. Manchmal entsteht ein Tumor erneut in der bereits operierten Brust oder im Brustbereich. Zudem kommt es vor, dass sich Tumorzellen vom Krebsherd ablösen und an anderen Stellen des Körpers Absiedelungen (Metatstasen) bilden. In einigen Fällen wird Brustkrebs erst entdeckt, wenn er bereits solche Metastasen verteilt hat. Auch dann gelten die Behandlungsempfehlungen für diefortgeschrittene Erkrankung. Wenn Ihre Erkrankung nicht mehr allein auf die Brust beschränkt ist und der Tumor bereits gestreut hat, ist nur in wenigen Ausnahmefällen eine Langzeitheilung zu erreichen. Aber dank guter Behandlungsmöglichkeiten
leben immer mehr Patientinnen viele Jahre mit dieser Erkrankung.

Die Behandlung

Tritt Brustkrebs in der operierten Brust oder im Brustbereich wieder auf, ist es das Ziel der Behandlung, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen. So besteht eine Chance auf vollständige Heilung. Hierbei kommen folgende Behandlungsmöglichkeiten in Betracht:

  • eine operative Entfernung des Tumors mit oder ohne anschließende Bestrahlung
  • eine alleinige Bestrahlung
  • unter ganz bestimmten Voraussetzungen kann nach der Operation eine (Anti-)Hormontherapie erfolgen.

Wenn der Tumor bereits Metastasen gebildet hat, verfolgt die Behandlung zwei Ziele: das Leben zu verlängern und die Lebensqualität zu erhalten. Unter günstigen Voraussetzungen kann die Erkrankung in diesem Stadium oft jahrelang unter Kontrolle gehalten werden.Hierbei kommen folgende Behandlungsmöglichkeiten in Betracht:

  • Eine (Anti-)Hormontherapie; manche Brusttumore wachsen verstärkt unter dem Einfluss von weiblichen Geschlechtshormonen, zum Beispiel unter Östrogen. Diese Hormonabhängigkeit von Krebszellen macht sich die (Anti-)Hormontherapie zu Nutze. Hierbei werden körpereigene Hormone ausgeschaltet. So kann die Ausbreitung eines Tumors verhindert oder verlangsamt werden.
  • eine Chemotherapie; dabei werden Medikamente eingesetzt, die die Zellteilung verhindern. Da sich gerade Krebszellen rasch teilen, sind sie hier besonders wirksam. Es können entweder ein einziger Wirkstoff oder mehrere Wirkstoffe gleichzeitig eingesetzt werden.
  • eine Antikörper- oder „Small-Molecules“-Therapie; das sind neuartige Behandlungen, die sich gezielt gegen bestimmte Eigenschaften von Krebszellen richten.

Bedenken Sie: Eine Operation der Brust ist weit mehr als ein medizinischer Eingriff. Sie hinterlässt nicht nur eine Narbe, sondern verändert eventuell Ihr weibliches Erscheinungsbild. Setzen Sie sich daher in Ruhe damit auseinander.

Entscheidungen

Lassen Sie sich Zeit, Sie müssen sich in den meisten Fällen nicht sofort festlegen. Sprechen Sie mit anderen Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder die Ihnen nahe stehen. Die für Sie bestmögliche Behandlung zu finden, ist manchmal nicht einfach. Bei der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Verfahren ist es wichtig, ob es Ihnen in Ihrer Situation mehr Vor- oder Nachteile bringt. Ihr Arzt kann Sie ausführlich beraten und Ihnen Vorschläge machen. Für welche Behandlungsmöglichkeit Sie sich letztendlich entscheiden, liegt bei Ihnen als Patientin. Wichtig ist, dass sie Ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht und dass es Ihnen damit gut geht. Sie muss nicht immer den medizinischen Leitlinien entsprechen. Vielleicht haben Sie gute Gründe, sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht behandeln zu lassen.

Was Sie selbst tun können

Die eigene Lebensqualität zu erhalten, ist ein entscheidender Punkt bei der Bewältigung einer Krebserkrankung. Es geht dabei um Ihre ganz persönlichen Wünsche und Ziele.

Stellen Sie Ihre eigene Prioritätenliste auf:

  • Was ist mir besonders wichtig?
  • Was möchte ich auch weiterhin tun?
  • Worauf will ich auf keinen Fall verzichten?

Sie werden mit Ihrer Erkrankung langfristig und umfassend betreut. Dafür steht Ihnen ein Team von Fachärzten und professionellen Helfern zur Seite. Zu jedem Zeitpunkt und auch nach Abschluss der Behandlung können Sie auf psychologische oder psychotherapeutische Hilfe zurückgreifen. Daneben gibt es verschiedene Sozialleistungen, auf die Sie Anspruch haben, zum Beispiel Krankengeld. Diese Geld- und Sachleistungen können Ihnen zumindest eine gewisse materielle Sicherung geben. Außerdem kann eine Reihe von Angeboten, etwa Selbsthilfegruppen, Sie dabei unterstützen, Ihr Leben mit der Erkrankung möglichst gut zu bewältigen.

„Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

Mit freundlicher Unterstützung

der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Stand der Information: Juli 2011“

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