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Warum Früherkennung von Brustkrebs?

Liebe Leserin,

wir möchten Sie bei Ihrer Entscheidung für oder gegen eine Teilnahme an Untersuchungen zur Früherkennung unterstützen. In dieser Information stellenwir Ihnen deshalb die medizinischen Untersuchungsmethoden zur Früherkennung von Brustkrebs vor.

Ziele der Früherkennung

Brustkrebs soll möglichst früh erkannt werden, damit er erfolgreich behandelt werden kann. Dabei soll die bestmögliche Lebensqualität erhalten und die Sterblichkeitsrate gesenkt werden. Aber: Keine Früherkennungsmethode ist perfekt. Sie sollten die Vor- und Nachteile der einzelnen Untersuchungen kennen und abwägen.

Vorteile der Früherkennung:

  • Die Erkrankung wird früher erkannt, die Chancen auf Heilung sind besser.
  • Es können Behandlungsmethoden eingesetzt werden, die die Lebensqualität weniger einschränken.
  • Weniger Frauen sterben an Brustkrebs.

Nachteile der Früherkennung:

  • Entsteht ein Verdacht, obwohl die Frau nicht erkrankt ist, führt dies zu psychischer Belastung und möglicherweise zu überflüssigen, körperlich belastenden Eingriffen.
  • Wird ein Tumor übersehen, glaubt die Frau sich in Sicherheit, obwohl sie erkrankt ist.

Die Untersuchungen

Die ärztliche Tastuntersuchung der Brust

  • Dabei können Sie sitzen oder stehen und stemmen Ihre Arme in die Hüfte oder heben sie über den Kopf.Abgetastet werden außer der Brust die Bereiche um das Schlüsselbein, das Brustbein und die Achselhöhle. Die Brustwarze wird vorsichtig gedrückt. Die Tastuntersuchung ist weder mit Schmerzen noch mit Nebenwirkungen verbunden.Ab einem Alter von 30 Jahren wird Ihnen die Tastuntersuchung jährlich angeboten. Wenn dabei etwas auffällt, wird Frauen bis 39 Jahren eine Ultraschalluntersuchung empfohlen, Frauen ab 40 Jahren eine Mammographie.

Die Ultraschalluntersuchung der Brust

  • Während Sie liegen, führt der Arzt den Schallkopf über Ihre Haut von der Brust bis in die Achselhöhlen. Die Schallwellen erscheinen auf dem Bildschirm wie ein „Film“, der Details im Gewebe (z.B. Gefäße, Fett) sichtbar macht. Der Ultraschall ist weder schmerzhaft noch gesundheitsschädigend. Frauen unter 40 Jahren wird er bei Auffälligkeiten empfohlen. Älteren Frauen wird zuerst die Mammographie empfohlen. Bei ihnen dient der Ultraschall als ergänzende Methode, etwa bei dichtem Bindegewebe.

Die Mammographie

  • Die innere Beschaffenheit der Brust wird bei der Mammographie mit Hilfe von Röntgenstrahlen sichtbar gemacht. Dabei wird die Brust kurz zwischen zwei Plastikplatten zusammengedrückt und jede Brust einmal von oben nach unten und von außen nach innen durchleuchtet. Einige Frauen empfinden das Drücken als schmerzhaft. Aber je flacher die Brust dabei wird, um so aussagekräftiger ist das Bild. Röntgenstrahlen können Gesundheitsschäden auslösen, vor allem bei jüngeren Menschen. Ein Mammographie Screening wird bei Frauen ohne Beschwerden deshalb nur in der Altersgruppe von 50 bis 69 Jahren durchgeführt.

Mammographie-Screening-Programm

Für alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren besteht –zusätzlich zur jährlichen Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt – das Angebot einer Mammographie im Rahmen des sogenannten Mammographie-Screening-Programms. Jede Frau erhält eine schriftliche Einladung. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Mammographie erstellt eine speziell geschulte Röntgen-Fachkraft.Das Screening unterliegt strengen Qualitätsanforderungen, das heißt unter anderem:

  • Die Screening-Einheiten sind spezialisiert und arbeiten mit hochmodernen Geräten.
  • JedeAufnahme wird von zwei spezialisierten Ärzten unabhängig voneinander beurteilt.
  • Bei unterschiedlichen Einschätzungen wird noch eindritter ärztlicher Experte herangezogen.

Nach ungefähr sieben Werktagen erhalten Sie das Ergebnis per Post. Haben sich Auffälligkeiten ergeben, werden Sie zu weiteren Untersuchungen in die Screening-Einheit gebeten. 

Was Sie selbst tun können

Durch einen gesunden Lebensstil können Sie das Risiko verringern, an Brustkrebs zu erkranken.

Außerdem sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn:

  • sich die Größe der Brust verändert;
  • sich beim Heben der Arme eine Brust anders ver- formt als die andere;
  • sich Haut oder Brustwarze an einer Stelle einziehen;
  • eine Hautrötung im Brustbereich nicht abklingt;
  • die Haut an einer Stelle aussieht wie eine Orange;
  • aus einer Brustwarze wasserklare oder auch blutige Flüssigkeit austritt;
  • die „Knotigkeit“ einer Brust an einer Stelle zunimmt;
  • Sie in der Brust oder Achselhöhle Knoten ertasten;
  • Schmerzen an einer Stelle in der Brust auftreten.


Schieben Sie einen Besuch nicht auf.

Die meisten Erkrankungen der Brust sind gutartig.

„Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

Mit freundlicher Unterstützung

der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Stand der Information: November 2010“

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