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Was ist Blasenkrebs?

Etwa drei Prozent aller bösartigen Tumore sind Karzinome der Harnblase (Blasenkrebs). In Deutschland erkranken an dieser Tumorart jährlich ca. 5.000 Frauen und 11.000 Männer. Damit zählt der Blasenkrebs mit zu den häufigsten Krebserkrankungen beim Mann. Das Risiko daran zu erkranken, steigt ab dem 40. Lebensjahr. Im Alter von 60 bis 70 Jahren erreicht der Blasenkrebs seinen Häufigkeitsgipfel.

Was sind Risikofaktoren für Blasenkrebs?

Gefährdet sind vor allem Raucher. Tabakkonsum wird für etwa die Hälfte aller Krankheitsfälle bei Männern und jeden dritten Fall bei Frauen verantwortlich gemacht. Ferner sind Personen gefährdet, die jahrelang Schmerzmittel eingenommen haben, Personen mit einem hohen Kaffeekonsum oder solche, die mit krebserregenden Stoffen in Kontakt gekommen sind. Ein erhöhtes Risiko findet sich bei Berufsgruppen wie Friseuren, Malern, Druckern, LKW- Fahrern, Arbeitern aus der Leder-, Gummi-, chemischen Industrie und bei Metallarbeitern. Bei letztgenannten Personengruppen sollte auch an eine Berufserkrankung gedacht werden.

Welche Rolle spielt NMP 22?

Je früher der Blasenkrebs erkannt werden kann, desto besser sind die Behandlungsaussichten. Oft fällt bei Betroffenen der Tumor durch eine rötliche Verfärbung des Urins auf. Wesentlich empfindlicher kann dieser durch die Untersuchung von Urin auf das nukleäre Matrixprotein 22 (NMP 22) nachgewiesen werden. NMP 22 wird vom Blasenkrebs gebildet und mit dem Urin ausgeschieden. Mit dem Urintest können über 80 % der Betroffenen erkannt werden. Die NMP 22-Bestimmung eignet sich daher zur Vorsorge.

Der Test ist hierfür von der US-Arzneimittelbehörde, der FDA, ausdrücklich auch für diesen Zweck zugelassen. Er ist somit der zweite »Tumormarker« neben PSA, der diesen Stellenwert hat. Gegenwärtig übernehmen die gesetzlichenKrankenkassen die Kosten einer routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung auf Blasenkrebs nicht.

NMP 22 zur Nachsorge?

NMP 22 kann bei an Blasenkrebs erkrankten Personen im Rahmen einer Nachsorge als engmaschige Verlaufskontrolle eingesetzt werden. Auch bei anderen bösartigen Erkrankungen des Urogenitaltraktes kann NMP 22 hilfreich sein.

Wie wird der Test durchgeführt?

Der am Morgen frisch gewonnene Urin muss sofort in ein Transportgefäß mit Stabilisatorlösung umgefüllt werden. Anderenfalls wird das NMP 22 abgebaut. Dieses Gefäß erhalten Sie in Ihrer Arztpraxis.

Was sollten Sie noch beachten?

Die Untersuchung darf nicht durchgeführt werden, wenn eine Entzündung der Blase vorliegt. Hierdurch können falsch erhöhte Ergebnisse entstehen. Dies gilt auch für Personen mit Harnsteinen, Kathetern oder anderen Reizzuständen der Blase. Nach Blasenspiegelung, Katheter, Operationen etc. muss 10 Tage bis zur NMP 22-Bestimmung gewartet werden.


Diese Patienteninformation als Flyer im pdf-Format zum Herunterladen.
Quelle: Medizinisch-Diagnostische Dienstleistungen - amedes http://www.amedes-group.com

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