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Was bedeutet Krebs der Bauchspeicheldrüse?

Liebe Leserin, lieber Leser,
diese Information richtet sich an Menschen, die an einer Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse leiden sowie an ihre Angehörigen. Sie will Betroffene darin unterstützen, die Erkrankung zu verstehen und Hinweise und Hilfen zum Umgang mit ihr geben.

Aufgaben der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse (das Pankreas) liegt quer im oberen Bauch, hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule. Dicht daneben befinden sich unter anderem die Leber und der Darm. Das Pankreas ist etwa 15 bis 20 cm lang und besteht aus vielen kleinen Drüsenzellen. Es wird in drei Abschnitte unterteilt: den Kopf, den Körper und den Schwanz. Die Bauchspeicheldrüse erfüllt zwei wichtige Aufgaben:

  • Sie produziert jeden Tag etwa 1,5 bis 2 Liter Verdauungssäfte für den Darm.
  • Sie bildet Hormone, die den Blutzucker regulieren.

Krebs der Bauchspeicheldrüse

Die Zellen unseres Körpers verändern sich ständig: Alte sterben ab und werden durch neue ersetzt. Manchmal gerät dieser Kreislauf jedoch außer Kontrolle.
Wenn sich neue Zellen ungebremst vermehren und alte Zellen nicht absterben, entsteht ein Tumor. Wird ein bösartiger Tumor nicht frühzeitig erkannt und behandelt, können einzelne Krebszellen über die Blutund Lymphbahnen durch den Körper wandern und sich als Metastasen in anderen Organen ansiedeln.
Im Vergleich zu häufig auftretenden Krebserkrankungen, wie etwa Darmkrebs, ist Bauchspeicheldrüsenkrebs ein eher seltener Tumor. Allerdings ist er eine Erkrankung mit ungünstigen Heilungsaussichten, wenn er spät erkannt wird. In den letzten Jahren hat es jedoch viele Fortschritte in der Behandlung gegeben.

Untersuchung und Behandlung

Ihr Arzt wird Sie zu Ihren Beschwerden befragen und körperlich untersuchen. Hinzu kommen bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung, Labortests und häufig auch Gewebeuntersuchungen. Mögliche Behandlungen des Bauchspeicheldrüsenkrebs sind zum Beispiel eine Operation oder Chemotherapie. Daneben bieten sich oft unterstützende Maßnahmen an, wie eine Ernährungsberatung oder auch psychologische oder psychotherapeutische Hilfe. Genaue Informationen zu diesen Themen und Vorund Nachteile der Behandlungen finden Sie in der Patientenleitlinie.

Entscheidungen

Bevor Sie sich für eine Behandlung entscheiden, nehmen Sie sich ein paar Tage Bedenkzeit, sofern das aus medizinischer Sicht möglich ist. Sprechen Sie mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder die Ihnen nahe stehen. Wichtig ist, dass die Behandlung Ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht. Ihr Arzt kann Sie ausführlich beraten.

Folgende Fragen könnten Sie ihm zum Beispiel stellen:

  • Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es in
    meinem Fall?
  • Was passiert, wenn ich mich nicht behandeln
    lasse?
  • Welchen Nutzen haben die Behandlungen für mich?
  • Was sind mögliche Nebenwirkungen?
  • Wie wird sich die Behandlung auf meinen Alltag
    auswirken?
  • Wird die Behandlung meine Lebensqualität erhalten
    beziehungsweise verbessern?

Beschwerden

Während sich Bauchspeicheldrüsenkrebs in einer frühen Phase der Erkrankung nur selten bemerkbar macht, kommt es bei Fortschreiten oder Wiederauftreten der Krankheit häufig zu folgenden typischen Beschwerden:

  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Appetitmangel oder Gewichtsverlust
  • Verdauungsstörungen, zum Beispiel Durchfall
  • Rückenschmerzen
  • Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch
  • Hautjucken

Auch eine Gelbfärbung der Haut und der weißen Augenhaut, dunkler Urin und heller Stuhlgang, sowie Thrombosen können auftreten. All diese Begleitsymptome lassen sich in der Regel gut behandeln. Sprechen Sie deshalb frühzeitig mit Ihrem Arzt.

Was Sie selbst tun können

  • Lassen Sie Ihren Blutzucker regelmäßig kontrollieren. Die Folge einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse kann eine Zuckerkrankheit sein. Diese muss dann vom Arzt behandelt werden.

  • Achten Sie unbedingt auf Ihre Ernährung und wiegen Sie sich regelmäßig. Versuchen Sie herauszufinden, welche Speisen Ihnen gut tun und welche nicht. Die Fettverdauung ist besonders anfällig, sie kann aber sehr gut über die Einnahme bestimmter Medikamente (Enzyme) eingestellt werden. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.

  • Eine Krebserkrankung löst häufig Ängste aus. Deshalb kann es sinnvoll sein, psychologische oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

  • Manchmal entstehen durch die Erkrankung auch soziale Notsituationen. Für solche Probleme ist der Sozialberater eine gute Anlaufstelle. Den Überblick über alle Unterstützungsangebote zu behalten, ist nicht leicht. Selbsthilfeorganisationen können hier helfen.

 

„Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

Mit freundlicher Unterstützung

der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Stand der Information: September 2011“

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