Regiomedizin
  • Abortsprechstunde

Sehr geehrte Patientin,
wenn Sie zwei oder mehr Fehlgeburten erlitten haben, fragen Sie sich sicherlich, ob es sich dabei um zufällige Ereignisse handelt oder ob es eine spezielle Ursache dafür gibt. Es ist bekannt, dass nicht wenige Frauen in ihrem Leben eine oder mehrere Fehlgeburten erleben. Dennoch sind mehrfache Fehlgeburten für die betroffenen Frauen und ihre Partner oft psychisch stark belastend. Ursachen für die Fehlgeburten zu identifizieren, kann dazu beitragen, das Erlebte zu verarbeiten. Die Untersuchung auf spezifische Ursachen und Risikofaktoren für Fehlgeburten wird auch empfohlen, um sinnvolle Vorschläge für eine Prävention weiterer Fehlgeburten machen zu können. In unserer Abortsprechstunde versuchen wir, die Ursache der Fehlgeburten zu klären.

Mehrfache Fehlgeburten (Habituelle Aborte)

Aborte (Fehlgeburten) sind ein häufiges Ereignis. 11 – 15 % aller Schwangerschaften enden vorzeitig. Dabei zählen wir nur die Schwangerschaften, die durch Ultraschalluntersuchungen oder durch die Bestimmung des Schwangerschaftshormons HCG festgestellt werden konnten. Untersuchungen ergaben, dass ca. 70 % aller Schwangerschaften schon vor dem Zeitpunkt der erwarteten Regelblutung mit einer frühen Fehlgeburt enden und von der Frau nicht erkannt werden, da die Regelblutung pünktlich oder nur wenige Tage später eintritt.

Als Ursachen für Fehlgeburten kommen unter anderem in Betracht:

  • Chromosomenstörungen und andere genetische Veränderungen
  • Störungen der Blutgerinnung
  • Hormonelle Ursachen (auch Schilddrüsenerkrankungen)
  • Immunologische Ursachen
  • Gynäkologische Ursachen (Fehlbildungen der Gebärmutter, Myome etc.)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht erst nach drei erlittenen Fehlgeburten von einer Fehlgeburtsneigung. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass schon nach zwei Fehlgeburten die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Fehlgeburt deutlich ansteigt.

Abortsprechstunde

Sie sollten die Sprechstunde möglichst zusammen mit Ihrem Partner besuchen. Wir erheben gemeinsam mit Ihnen Ihre Krankengeschichte und die Ihrer Familien. Wir sprechen mit Ihnen über mögliche Ursachen Ihrer Fehlgeburten und können dann – mit Ihnen und in Abstimmung mit Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt – festlegen, welche weiterführenden Untersuchungen zur Abklärung der Fehlgeburten sinnvoll sind. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit in unserer Gemeinschaftspraxis können wir Sie hierzu umfassend beraten. Wenn wir bei Ihnen eine spezifische Ursache für eine Fehlgeburtsneigung feststellen, können wir gegebenenfalls eine Therapieempfehlung geben, die das Risiko für weitere Fehlgeburten reduziert.

Vorbereitung

Wir möchten Sie in der Sprechstunde optimal und ausführlich beraten. Sie können uns dabei helfen, indem Sie alle wichtigen Unterlagen / Vorbefunde mitbringen:

  • Arztberichte, OP-Berichte, Bericht über Nachuntersuchung des Abortmaterials
    (z. B. Pathologie, Histologie)
  • Angaben über die von Ihnen eingenommenen Medikamente
  • Informationen über Fehlgeburten und über Krankheitenin der Familie
    (mit genauen Diagnosen von Krankheiten bei Familienangehörigen)

Im Rahmen der diagnostischen Abklärung sind Blutentnahmen von beiden Partnern erforderlich. Die Blutentnahme sollte bei der Frau möglichst nüchtern erfolgen. Bitte fragen Sie gegebenenfalls bei der Anmeldung nach.


Diese Patienteninformation als Flyer im pdf-Format zum Herunterladen.
Quelle: Medizinisch-Diagnostische Dienstleistungen - amedes http://www.amedes-group.com

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