Regiomedizin
  • Mehr durch Kooperation (ÜBAG)

Warum sind ärztliche Kooperationen neben vielen Patientenvorteilen sinnvoll?

Zu viele Patienten und zu wenig Zeit, dies charakterisiert das Spannungsfeld von Ärzten, die einen Balanceakt zwischen empathischer Zuwendung und knappen Zeitressourcen ausführen müssen. Die Bewertung dieser Faktoren ist massgebend bei der Entscheidung, ob sich ein Arzt für eine Tätigkeit im niedergelassenen Bereich entscheidet. Die durchschnittliche Kontaktzeit von 12,7 Minuten pro Patient bei 50 Patienten pro Tag lässt sich nicht mit der empathischen Zuwendung vereinbaren, die sich Ärzte wünschen.

Eine emotionale Komponente, die die bisher altruistisch geprägte Tätigkeit in der Niederlassung beeinflusst, ist die Tatsache, dass nur ein Viertel der niedergelassen Ärzte mit Zuversicht einer Praxisabgabe gegenübersteht oder sich auf das Ende der Arbeitszeit gut vorbereitet fühlt. 60 % der Hausärzte und 37 % der Fachärzte haben Sorge keinen Nachfolger zu finden.

Die Entwicklung der Zahlen der absolvierenden Medizinstudenten unterstützt die Befürchtungen der niedergelassenen hausärztlichen Kollegen bei der Nachfolgefrage zusätzlich. Im ambulanten niedergelassenen Sektor waren 2010 55,78 % der Ärzte älter als 50 Jahre, 15,98 % sogar älter als 60 Jahre. Innerhalb der nächsten 9 Jahre werden bundesweit 24.000 Hausärzte ihre Praxen altersbedingt schließen, davon in den Jahren 2011 und 2012 jeweils etwa 2.400 bis 2.700 Hausärzte. In diesen Jahren stehen jedoch nur 1.100 ausgebildete Hausärzte als Nachfolger zur Verfügung. Davon sind ca. 660 Frauen und 440 Männer. Wird unter diesen Voraussetzungen die Zeitspanne zwischen 2011 und 2020 betrachtet, können 80 % der Abgeberpraxen ihre freiwerdenden Arztsitze in der klassischen Form der Nachbesetzung nicht besetzen. 20 % der freiwerdenden Sitze können unter Anstellungsaspekten ohne Übernahme des Kassensitzes nachbesetzt werden.  

Durch den Wandel zu einer modernen Lebens- und Berufsvorstellung, die besonders bei den jungen Ärztinnen mit einer Veränderung des Rollenverständnisses einhergeht, rückt insbesondere das Einzelunternehmertum, die klassische Einzelpraxis eines Arztes, in den Hintergrund und ist für die neue Generation von Ärzten nicht mehr vertretbar. Zusätzlich sind immer weniger Ärzte bereit viel Geld in die eigene neue Niederlassung zu investieren. Die Einzelpraxis ist dementsprechend ein vom Aussterben bedrohtes Auslaufmodell. Verschiedene Berechnungen haben ergeben, dass sich bei stagnierenden Rahmenbedingungen speziell im ländlichen Raum in den nächsten Jahrzehnten ein Haus- und Fachärztemangel manifestieren wird. Durch den zunehmenden Frauenanteil bei den Medizinstudierenden und jungen Ärzten, kommt es dazu, dass diese bevorzugen, als Angestellte zu arbeiten, um Ehe, Familie, Kindererziehung und Arbeit zu vereinen. Dabei ist die Doppelrolle der Frau oftmals von knappen Zeitressourcen und dem Verlangen nach einem ausgewogen Verhältnis von beruflicher und privater Zeit gekennzeichnet. Durch das Bestreben, den eigenen Nachwuchs optimal in einem Umfeld mit guter Infrastruktur aufwachsen zu lassen, in das Kindergärten, Betreuungsstätten und schulische Institutionen etabliert sind, bestenfalls in attraktiven Wohnorten jenseits der ländlich unterversorgten Gebiete, fällt es der neuen Ärztegeneration schwer sich an Standorten niederzulassen, in denen diese Charakteristika nicht vorhanden sind. Eine Anstellung als Arzt im Vergleich zum Freiberufler bietet zudem die Vorteile kein unternehmerisches Risiko zu tragen, sich nicht verschulden zu müssen und über mehr Zeitressourcen zu verfügen. Es wird gerechnet, dass ein Arbeitgeber für die Lebensarbeitszeit von 2 Männern 3 Frauen beschäftigen muss. Insgesamt wird es also mehr Ärzte geben, die weniger Arbeitszeit leisten. Wichtig ist es daher, den aufkommenden Ärztemangel nicht nur nach Köpfen zu beurteilen, sondern anhand der zur Verfügung stehenden Arbeitsstunden der neuen Hochschulabsolventen zu gewichten. Zusätzlich haben gesetzliche Veränderungen im Arbeitszeitgesetz dazu beigetragen, dass die angestellten Ärzte weniger Arbeitszeit zur Verfügung stellen können. Zur Kompensation der Arbeitsleistung 1000 ausscheidender Ärzte werden 1300 junge Ärzte benötigt.

Weitere den Ärztemangel fördernde Faktoren beruhen auf den Folgen des demografischen Wandels infolge steigender Patientenzahlen. Durch diese Entwicklung werden altersbedingte Erkrankungen zunehmen und die Nachfrage nach Ärzten steigen. In der Zeit zwischen 1991 und 2007 ist der Anteil der über 60-jährigen von 20,4 % auf 25,3 % gestiegen und er steigt weiter. Im Zeithorizont von 2007 bis 2050 wird die Altersgruppe von Personen über 65 Jahren um 38 % ansteigen. Der Anteil von Personen über 80 Jahren steigt sogar um 156 % an. Parallel hierzu verbessert sich der medizinisch-technische Fortschritt von Jahr zu Jahr. Dies fördert die Nachfrage nach medizinischen Leistungen und beeinflusst den demografischen Wandel zusätzlich.

Parallel hierzu verbessert sich der medizinisch-technische Fortschritt von Jahr zu Jahr. Dies fördert die Nachfrage nach medizinischen Leistungen und beeinflusst den demografischen Wandel aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung. Durch diese Entwicklung werden altersbedingte Erkrankungen zunehmen und die Nachfrage nach Ärzten wird steigen. Menschen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr haben eine niedrigere durschschnittliche Krankenquote als Personen zwischen 70 und 80 Jahren. 

Einzelpraxen können diese Entwicklung nur schwer begegnen.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass es durch den Zusammenschluss zu einer ÜBAG eine Reihe von Möglichkeiten gibt, die Wirtschaftlichkeit von ÜBAG-Praxen sicherzustellen, einen Patientenmehrwert zu schaffen und gleichzeitig die individuellen Bedürfnisse der neuen Ärztegeneration zu berücksichtigen. Eine gute Kooperation steht und fällt mit ihren Partnern. Jeder ÜBAG-Partner sollte kooperativ, kompromissbereit und innovativ sein, damit den Veränderungen im Gesundheitswesen gemeinsam begegnet werden kann.

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